Österreich macht es richtig

Ausgabe vom 20.11.2021
Seite 2 - 3
Von Patrick Guyton


Patrick Guyton

Für die Mehrheit der Vernünftigen, also die Geimpften, ist das bitter und ungerecht: Ganz Österreich geht erneut in den Lockdown, denn die Corona-Infektionen schießen derart in die Höhe, dass eine Kontrolle anders nicht mehr möglich erscheint. In Kliniken werden Triageteams gebildet, die entscheiden müssen, welche Intensivpatienten ein Bett bekommen und welche keines – und so mit einer weitaus höheren Wahrscheinlichkeit in den Tod geschickt werden.

Die Entscheidung in unserem Nachbarland ist vollkommen richtig. Wieder und wieder zeigt die Entwicklung, dass Corona nicht mit sich verhandeln lässt. Gibt man dem Virus Raum, verbreitet es sich. Und zwar so lange, bis das Gesundheitssystem darunter zusammenbricht.

Vor allem die konservative ÖVP, die mit den Grünen die Regierung stellt, hat sich lange hartnäckig gegen diesen drastischen Schritt gewehrt. Zug um Zug wurden immer wieder einzelne Regelungen verschärft. Erst seit dieser Woche gilt eine Art Lockdown für Ungeimpfte. Das hat aber kaum genutzt, deshalb setzt das Land nun zur Vollbremsung an.

Kommt einem da etwas bekannt vor? Genau: Die deutsche Politik berät und verhandelt über einzelne Corona-Verschärfungen im Klein-Klein-Modus, während sich das Virus auch hierzulande immer dramatischer ausbreitet. 3 G, 2 G, 2 G plus – was gilt gerade wo?

Die Ansage lautet lediglich: Es gibt alles Mögliche, aber keinen Lockdown für alle mehr. Wird sich das Versprechen halten lassen? Österreich weckt Zweifel.

Bemerkenswert ist, dass der Vorstoß für Lockdown und Impfpflicht von zwei Bundesländern ausging und die Regierung in Wien sich beugen musste. Das könnte doch ein Ansporn für die deutschen Länderfürsten sein.