Ziemlich abgefahren

Ausgabe vom 20.11.2021
Seite 34
Von Jan Bojaryn


Wenn sich jemand mit einem Raketenrucksack in einen Canyon stürzt oder mit einem Klapprad von der Klippe, dann können viele Menschen gar nicht anders als zuzuschauen. Die Freude an der Bewegung und die Schadenfreude am spektakulären Unfall sind der Motor von „Riders Republic“. Das Spiel ist Ubisofts Angriff auf ein Genre, das in den letzten Jahren eher dürftig bedient wurde.

„Riders Republic“ spielt in einem Best-of aus sieben Nationalparks der USA. Bei der Erkundung des Areals kann es passieren, dass die Sportgeräte auf halber Strecke gewechselt werden müssen. Wer sich auf Skiern vom Gipfel in den Tiefschnee wagt, kann im Tal per Knopfdruck aufs Rad umsteigen, ohne Schwung zu verlieren. Beim Erkunden der Landschaft stoßen Spieler und Spielerinnen auf Sammelgegenstände. Sie absolvieren „Shackdaddy“-Events – absurde Aufgaben mit unsinnigen Sportgeräten. Sie nehmen an Massenrennen teil, bei denen 64 Spieler wie eine bunte Farbwolke über die Strecke wabern.

In den ersten Spielstunden wartet am Ende jedes Trails noch ein Tutorial, garniert mit Belohnungen und Hinweisen. Sich alles zu merken, ist wirklich Arbeit. Immerhin ist die Steuerung einfach umgesetzt, vieles bleibt unabhängig vom Fortbewegungsmittel gleich.

Wer sich auf eine Sache konzentrieren will, der erlebt ein anderes Spiel. Bei Rennen auf schmalen Trails ist jeder Lenkfehler tödlich. Spieler können zwar zurückspulen, die Gegner fahren aber weiter. In anderen Spielen hätte das ein hohes Frustpotenzial. „Riders Republic“ setzt eine Neuerung dagegen: Dabeisein ist alles. Wer über die Ziellinie fährt, bekommt einen Stern. Für gute Zeiten gibt es oft zusätzliche Sterne, aber es lässt sich sehr weit spielen, ohne je ein Siegertreppchen zu sehen. Schwierig ist „Riders Republic“ also nur, wenn Spieler das wollen.

Schwer zu ertragen sind dagegen die quasselnden Trainer. Im „Zen-Modus“ kann man die Spielwelt aber ohne Karriere und Gequatsche genießen.

„Riders Republic“ von Ubisoft, u. a. für PlayStation 4, Xbox Series, Xbox One, PlayStation 5, ab 59 Euro, USK: ab sechs Jahren