Ausgabe vom 20.11.2021
Seite 36
Von Matthias Halbig


Nimm 3

Freud. Irgendwie ist der von Robert Finster gespielte Sigmund Freud ein Seelenverwandter von Clive Owens Dr. Thackery aus der Chirurgenserie „The Knick“: eitel, ehrgeizig, mit Neigung zum Rauschgift. Mit starken Bezügen zu Stefan Zweig und Arthur Schnitzler erschafft Marvin Kren ein extrem spukiges Wien zwischen Aberglauben und Moderne.

The Father. Ein Mann verschwindet. Anthony Hopkins erhielt den Oscar für seine ergreifende Darstellung eines alten Mannes, der sich weigert, seine Selbstständigkeit aufzugeben, obwohl er in die Demenz entgleitet. Dem französische Regisseur Florian Zeller gelingt es, dem Zuschauer sein Thema minutiös vor Augen zu führen. Erschütternd.

Black Widow. Marvel zoomt näher an seine Superhelden ran, erzählt statt einfach nur Geschichten, deren Geschichten. Das bittere Ende der glücklichen Kindheit der Schwestern Roma­noff macht den Zuschauer bereit, das folgende actiongeladene Brimborium in den Rang eines Dramas zu heben. Was die Black Widow in ihrer Freizeit macht? Sie schaut 007-Filme mit Roger Moore.